Unzureichende Gründung ist in Mönchengladbach kein Kavaliersdelikt: Ein Bauherr im Nordparkviertel verzichtete auf eine direkte Baugrundansprache und steht heute vor Setzungsrissen im Neubau, weil eine alte Auffüllung mit Ziegelresten und Schlacke nicht erkannt wurde. Eine Schürfgrube hätte diesen inhomogenen Untergrund in wenigen Stunden sichtbar gemacht. Anders als Bohrungen liefert der baggerschurf einen ungestörten Einblick in Lagerungsdichte, Schichtgrenzen und eventuelle Fremdstoffe. Unser Laborteam führt die Schürfgrube mit geschultem Personal durch, entnimmt gestörte und ungestörte Proben fachgerecht und dokumentiert den Aufschluss nach DIN EN ISO 22475-1. Gerade in den Lösslehmgebieten westlich der Innenstadt hilft diese Methode, wechselnde Konsistenzen sicher zu bewerten. Die visuelle Begutachtung der Wand einer Schürfgrube ergänzt dabei Bohrprofile aus dem Sondierbohrung SPT, wenn Schichtenverzahnungen oder Verwitterungsgrade wirklich verstanden werden müssen.
Ein baggerschurf zeigt in 30 Minuten, was Bohrungen oft nur indirekt anzeigen: die wahre Beschaffenheit des Baugrunds.
Vorgehen und Leistungsumfang
Mönchengladbach liegt auf einer Höhe zwischen 40 und 120 m ü. NHN, mit einer quartären Überdeckung aus Niederterrassenkiesen und -sanden der Niers, überlagert von Löss und Lösslehm. Bei 270.000 Einwohnern entstehen ständig neue Bauvorhaben auf heterogenem Baugrund. Unsere Schürfgruben erreichen Tiefen bis 4,5 m und dokumentieren systematisch: Schichtenfolge mit Mächtigkeitsangabe in cm; bodenmechanische Ansprache nach DIN EN ISO 14688; Entnahme von Sonderproben aus verdächtigen Horizonten; Fotodokumentation jeder Aufschlusswand. Die gewonnenen Proben werden sofort ins eigene Labor überführt, wo wir sie einer Korngrößenanalyse unterziehen und die Zustandsgrenzen nach Atterberg bestimmen. Durch die Kombination aus visuellem Aufschluss und Laborversuch entsteht ein belastbares Baugrundmodell, das Überraschungen im Aushub ausschließt.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren, DIN EN ISO 14688-1/-2: Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4124: Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2): Geotechnische Erkundung und Untersuchung
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Mönchengladbach?
Für eine maschinelle Schürfgrube mit Probenahme und Dokumentation liegen die Kosten je nach Tiefe und Zugänglichkeit zwischen €410 und €730. Hinzu kommen optionale Laboranalysen, die wir nach Probenumfang gesondert berechnen.
Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube ausgeführt werden?
Mit unserem Standardbagger erreichen wir 4,5 m unter Geländeoberkante. Darüber hinaus ist ein Verbau nach DIN 4124 erforderlich; wir stimmen dies vorab mit dem Bauherrn ab.
Welche Vorteile hat eine Schürfgrube gegenüber einer Bohrung?
Die Schürfgrube liefert eine durchgehende, ungestörte Ansicht der Schichtenfolge. Schichtverzahnungen, Verwitterungszonen und Fremdstoffe sind direkt erkennbar, während Bohrungen nur punktuelle Informationen und gestörte Proben liefern.
Wie werden die Proben aus der Schürfgrube weiterverarbeitet?
Gestörte Proben werden als Eimerproben entnommen und im Labor klassifiziert. Ungestörte Proben gewinnen wir mit Ausstechzylindern für Scherversuche und Steifemodulbestimmungen. Alle Proben werden sofort gekühlt transportiert.
Ist für die Schürfgrube eine Genehmigung nötig?
In Mönchengladbach genügt in der Regel die Zustimmung des Grundstückseigentümers. Bei Verdacht auf Kampfmittel oder Bodendenkmäler empfehlen wir eine frühzeitige Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf.