Letzten Monat standen wir an einer Baustelle in Rheydt, wo der anstehende Lösslehm unter der geplanten Erschließungsstraße völlig durchgeweicht war. Der Bauleiter fragte: „Können wir den Untergrund so lassen?". Ein Plattendruckversuch allein gab keine Antwort – erst die CBR-Studie zeigte, dass der Ev2-Wert ohne Bodenaustausch nicht erreichbar war. In Mönchengladbach prägen die Terrassenablagerungen der Niers und feinkörnige Lössböden den Baugrund. Wer hier Straßen plant, muss mit wechselhaften Tragfähigkeiten rechnen. Wir führen CBR-Studien nach RStO 12 und DIN EN 13286-47 durch, im Labor an verdichteten Proben und direkt im Feld. Besonders in den tiefer gelegenen Stadtteilen wie Neuwerk oder Wickrath stehen wir oft vor bindigen Böden, die nach Niederschlägen kaum noch befahrbar sind. Die CBR-Studie für den Straßenentwurf liefert den entscheidenden Kennwert, um die Dicke des frostsicheren Oberbaus wirtschaftlich zu dimensionieren – nicht zu knapp, aber auch nicht überdimensioniert.
Ein CBR-Wert unter 3 Prozent im Planum bedeutet in Mönchengladbach fast immer Bodenaustausch – das haben wir in über 200 Projekten im Stadtgebiet so bestätigt gesehen.
Vorgehen und Leistungsumfang
Für die CBR-Studie in Mönchengladbach setzen wir einen motorisierten Eindringungspressen ein, die den Prüfstempel nach DIN EN 13286-47 mit konstanter Geschwindigkeit in den verdichteten Probekörper drückt. Die Kraft-Weg-Kurve zeichnen wir digital auf und vergleichen sie mit Referenzwerten aus genormten Kalibrierkurven. Achtung: Der CBR-Wert ist keine Materialkonstante, sondern hängt stark von Einbauwassergehalt und Verdichtungsgrad ab. Deshalb führen wir vorab modifizierte Proctorversuche nach DIN 18127 durch, um die Bezugsdichte festzulegen. Bei grobkörnigen Böden aus den Kiesgruben entlang der A61 erreichen wir typischerweise CBR-Werte über 40 Prozent – idealer Frostschutzkies. Feinkörnige Aushubböden aus den Quartieren um den Hauptbahnhof liegen dagegen oft unter 5 Prozent, was eine Bodenverfestigung mit Kalk oder Zement nötig macht. Die Korngrößenanalyse ist hier fester Bestandteil unserer Routine, denn ohne Sieblinie lässt sich die Verdichtbarkeit nicht beurteilen. Jede CBR-Studie dokumentieren wir mit Prüfberichten, die das Straßenbauamt Mönchengladbach für die Baugenehmigung verlangt.
Örtliche Baugrundfaktoren
Mönchengladbachs Straßennetz wuchs mit der Textilindustrie im 19. Jahrhundert – oft ohne durchgehenden frostsicheren Unterbau. Viele Altstraßen in Eicken oder Windberg liegen auf Schluffen, die über Jahrzehnte konsolidierten, aber bei Wasserzutritt schlagartig an Tragfähigkeit verlieren. Das Tückische: Ein CBR-Wert, den wir im trockenen Sommer im Labor messen, kann nach einer nassen Herbstwoche im Feld um 60 Prozent niedriger ausfallen. Deshalb empfehlen wir bei feinkörnigen Böden grundsätzlich die Wasserlagerung der Probekörper über vier Tage, wie es die DIN EN 13286-47 vorsieht. Nur so erkennen wir die witterungsbedingte Empfindlichkeit. In Hanglagen nahe den Abtshofer Terrassen kommt ein zweites Problem dazu: Schichtwasser drückt von oben in den Straßenkoffer und weicht das Planum auf, wenn die Entwässerung nicht funktioniert. Die CBR-Studie gibt dann den Ausschlag, ob eine Dränschicht oder ein Geotextil als Trennlage eingebaut werden muss. Ohne diesen Nachweis riskiert der Bauherr Setzungen und Risse in der Deckschicht binnen der ersten zwei Winter.
Normativer Rahmen
DIN EN 13286-47:2012-08 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – Teil 47: Prüfverfahren zur Bestimmung des CBR-Wertes, RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, DIN 18127:2012-09 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18300:2019-09 – VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Erdarbeiten
Häufige Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für ein Straßenbauprojekt in Mönchengladbach?
Die Kosten für eine CBR-Studie liegen je nach Probenanzahl und ob Feldversuche hinzukommen zwischen 130 und 320 Euro pro Prüfpunkt. Ein Proctorversuch als Bezugsgrundlage ist bei Laborversuchen obligatorisch und im Preis enthalten. Bei mehr als fünf Proben gewähren wir einen Mengenrabatt.
Wie lange dauert eine CBR-Studie im Labor?
Ab Probeneingang rechnen Sie mit fünf Werktagen. In dieser Zeit führen wir die Proctorversuche durch, stellen die Probekörper mit optimalem Wassergehalt her, verdichten sie auf 100 % der Proctordichte und prüfen den CBR-Wert. Falls Wasserlagerung nötig ist (bindige Böden), verlängert sich die Dauer um vier Tage. Eilaufträge sind gegen Aufpreis möglich.
Welchen CBR-Wert brauche ich für eine Erschließungsstraße nach RStO 12?
Nach RStO 12, Tabelle 1, muss das Planum einen CBR-Wert von mindestens 5 Prozent aufweisen. Für die Frostschutzschicht gelten je nach Belastungsklasse Bk0,3 bis Bk100 Werte von 15 bis 40 Prozent. In Mönchengladbach mit seinen frostempfindlichen Lössböden empfehlen wir, auf dem Planum immer einen CBR-Wert von mindestens 8 Prozent nachzuweisen, weil die Witterung die Werte im Bauzustand verschlechtern kann.
Können Sie den CBR-Wert auch direkt auf der Baustelle bestimmen?
Ja, mit dem dynamischen Plattendruckgerät messen wir den Evd-Wert und leiten daraus den CBR-Wert ab. Die Korrelation ist für grobkörnige Böden zuverlässig, für bindige Böden kombinieren wir Feld- und Labormessungen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Der Vorteil: Sie erhalten sofort ein Ergebnis und können am gleichen Tag über Bodenaustausch oder Verfestigung entscheiden.