Die Durchlässigkeit des Untergrunds ist bei fast jedem Bauvorhaben in Mönchengladbach eine zentrale Kenngröße, die nach DIN 18130 und EN ISO 22282 ermittelt wird. Ob für die Dimensionierung von Versickerungsanlagen im Niederrheinischen Tiefland oder für die Wasserhaltung einer Baugrube in Rheydt – ein Felddurchlässigkeitsversuch liefert belastbare Kennwerte direkt am Ort des Geschehens. Wir führen sowohl Lefranc-Versuche im Lockergestein als auch Lugeon-Tests im klüftigen Festgestein durch, angepasst an die heterogenen Untergrundverhältnisse der Region. Die Stadt Mönchengladbach mit ihren rund 270.000 Einwohnern erstreckt sich über Terrassenkörper des Rheins und der Niers, was zu stark wechselnden hydraulischen Leitfähigkeiten führt – ein Laborwert allein reicht hier selten aus. In Kombination mit einer Korngrößenanalyse lassen sich die Feldwerte validieren und ein schlüssiges Baugrundmodell entwickeln.
Ein einzelner Laborwert an einer gestörten Probe kann die hydraulische Leitfähigkeit um den Faktor 10 bis 100 verfehlen – erst der Feldversuch zeigt, wie der Boden wirklich funktioniert.
Vorgehen und Leistungsumfang
Die städtebauliche Entwicklung Mönchengladbachs, geprägt von der Textilindustrie des 19. Jahrhunderts und späterem Strukturwandel, hat zu einem Flickenteppich aus gewachsenen Böden, Aufschüttungen und innerstädtischen Verdichtungszonen geführt. Besonders im Bereich des ehemaligen Rheydter Bahnhofs oder entlang der Gladbach finden sich anthropogen überprägte Horizonte, deren Wasserdurchlässigkeit ohne Feldversuche kaum zu beurteilen ist. Der Lefranc-Test erfolgt in einem Bohrloch mit konstantem oder fallendem Druck, wobei die gefilterte Strecke exakt auf die interessierende Schicht abgelängt wird. Beim Lugeon-Test im Fels wird das Wasser über einen Doppelpacker in diskrete Abschnitte gepresst, um die Trennflächenpermeabilität zu quantifizieren. Für die Vorerkundung einer Bohrung greifen wir häufig auf die
SPT-Bohrung zurück, die erste Anhaltswerte zur Lagerungsdichte liefert, bevor die Wasserdurchlässigkeit gezielt getestet wird. Bei geringdurchlässigen, bindigen Böden kann ergänzend ein
Plattendruckversuch die Verformungsmoduln erfassen, um Setzungsprognosen abzusichern.
Örtliche Baugrundfaktoren
Die quartären Lockergesteine Mönchengladbachs, vor allem die sandig-kiesigen Terrassenablagerungen der Maas und des Rheins, liegen häufig in Wechsellagerung mit gering durchlässigen Schluff- und Tonschichten vor. In Stadtteilen wie Giesenkirchen oder Wickrath können gespannte Grundwasserverhältnisse auftreten, die beim Aushub zu hydraulischen Grundbrüchen führen, wenn die Durchlässigkeit der liegenden Schicht unterschätzt wird. Der mittlere Grundwasserflurabstand variiert in Mönchengladbach stark zwischen weniger als zwei Metern in den Niederungen und über zehn Metern auf den Terrassenhochflächen. Ein fehlerhafter oder unterlassener Felddurchlässigkeitsversuch mündet schnell in fehldimensionierte Dränagen, unkontrollierte Wasserzutritte in der Bauphase und langfristige Vernässungsschäden an der Bausubstanz. Gerade bei der Planung von Regenwasserversickerungen nach DWA-A 138 ist der kf-Wert aus dem Feldversuch die entscheidende Eingangsgröße – ein geschätzter Wert führt hier regelmäßig zu behördlichen Nachforderungen und Projektverzögerungen.
Normativer Rahmen
DIN 18130-1:1998-05 - Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, EN ISO 22282-2:2012 - Geotechnische Erkundung, Feldversuche, Bohrlochversuche, EN ISO 22282-3:2012 - Wasserdruckversuch im Fels (Lugeon), DWA-A 138 - Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN EN ISO 17892-11:2019 - Laborversuche an Bodenproben, Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit
Häufige Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Mönchengladbach?
Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Mönchengladbach bewegen sich die Kosten typischerweise zwischen €540 und €900 pro Test, abhängig von der erforderlichen Bohrtiefe, dem Durchmesser und der Anzahl der Druckstufen. Enthalten sind die Versuchsdurchführung, das Protokoll und die gutachterliche Auswertung des kf-Werts.
Wann ist ein Lefranc-Test sinnvoll und wann ein Lugeon-Test?
Der Lefranc-Test kommt im Lockergestein zum Einsatz – in Mönchengladbach also in den sandigen und kiesigen Terrassenböden. Der Lugeon-Test wird im klüftigen Festgestein gefahren, etwa wenn in Rheydt der devonische Untergrund ansteht. Die Entscheidung fällt nach der ersten Erkundungsbohrung anhand des Bohrprofils.
Wie viele Versuche brauche ich für ein Bauvorhaben?
Das hängt von der Bauwerksgröße und der Heterogenität des Untergrunds ab. Bei einem Einfamilienhaus mit Versickerungsanlage genügen oft zwei bis drei Lefranc-Versuche in unterschiedlichen Tiefen. Für ein größeres Gewerbeobjekt in Mönchengladbach können fünf oder mehr Tests sinnvoll sein, um die räumliche Variabilität zuverlässig abzubilden.
Können Sie die Bohrungen selbst herstellen?
Ja, wir koordinieren die Herstellung der erforderlichen Bohrungen über Partnerunternehmen aus der Region. Die Bohrung wird exakt nach den Anforderungen der EN ISO 22282 abgeteuft, damit die Filterstrecke sauber im Zielhorizont sitzt und keine Randgängigkeit auftritt.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Lefranc-Versuch nimmt inklusive Einbau und Sättigung etwa 60 bis 90 Minuten in Anspruch. Ein Lugeon-Test mit fünf Druckstufen dauert rund zwei Stunden. Die Auswertung und Berichtserstellung erfolgt innerhalb weniger Werktage nach Abschluss der Feldarbeiten.