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Bemessung flexibler Fahrbahnen für nachhaltige Verkehrsflächen in Mönchengladbach

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Ein klassischer Fehler, den wir bei Neubauprojekten in Mönchengladbach immer wieder beobachten, ist die Annahme, dass der Oberbau einer Verkehrsfläche unabhängig vom anstehenden Untergrund geplant werden kann. Gerade in den Niederungsbereichen der Niers mit ihren bindigen Auenböden und lokal begrenzten Kiesvorkommen zeigt sich schnell, dass eine pauschale Dimensionierung ohne vorherige Baugrunderkundung innerhalb weniger Jahre zu Spurrinnen, Rissen und kostspieligen Sanierungen führt. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen erfordert daher eine enge Verzahnung von bodenmechanischer Analyse und asphalttechnologischer Auslegung. Wir kombinieren die Ergebnisse aus Korngrößenanalyse und Plattendruckversuchen, um den frostsicheren Gesamtaufbau exakt auf die lokalen Gegebenheiten abzustimmen.

Die Lebensdauer einer flexiblen Fahrbahn beginnt nicht im Asphaltmischwerk, sondern zehn Zentimeter unter dem Planum im gewachsenen Boden.

Vorgehen und Leistungsumfang

Mit rund 260.000 Einwohnern und einer bewegten Textilindustriegeschichte verfügt Mönchengladbach über ein dichtes Netz an innerstädtischen Straßen, die heute vermehrt durch Schwerlastverkehr auf den Verbindungsachsen zwischen Rheydt und dem Norden der Stadt beansprucht werden. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen nach den aktuellen Richtlinien der FGSV (RStO 12, RDO Asphalt 09) setzt voraus, dass die Tragfähigkeit des Planums über die gesamte Nutzungsdauer von 30 Jahren gewährleistet ist. Hier spielt der Verformungsmodul Ev2 auf OK Planum die entscheidende Rolle, den wir mittels statischem Plattendruckversuch direkt auf der Baustelle ermitteln. Nur wenn dieser Mindestwert erreicht wird, lässt sich die angesetzte Asphalttragschichtdicke im mehrschichtigen System rechtfertigen und das Risiko einer vorzeitigen Ermüdung der gebundenen Schichten signifikant reduzieren.
Bemessung flexibler Fahrbahnen für nachhaltige Verkehrsflächen in Mönchengladbach
Technisches Referenzbild — Monchengladbach

Örtliche Baugrundfaktoren

Vor jeder Bemessung flexibler Fahrbahnen steht bei uns der schwere Rammsondierbock auf dem Prüfgelände in Mönchengladbach, mit dem wir die Lagerungsdichte rolliger Böden oder die Konsistenz bindiger Schichten bis in Tiefen von mehreren Metern erkunden. In den Gewerbegebieten um den Nordpark oder im Regiopark haben wir es oft mit anthropogenen Auffüllungen zu tun, deren Zusammensetzung ohne eine solche Sondierung nicht zuverlässig beurteilt werden kann. Eine unentdeckte Torf- oder Faulschlamm-Linse unter der geplanten Trasse führt unweigerlich zu ungleichmäßigen Setzungen, die sich als Längsunebenheiten in der fertigen Asphaltdecke abzeichnen. Ergänzend ziehen wir bei Verdacht auf geringe Scherfestigkeit den Triaxialversuch heran, um die Standsicherheit des Dammkörpers unter zyklischer Verkehrslast rechnerisch nachzuweisen und die erforderliche Bodenaustauschtiefe präzise festzulegen.

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Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Bemessungsrelevante Belastungsklasse (RStO)Bk100 bis Bk0,3 nach Prognoseverkehr
Erforderlicher Verformungsmodul Ev2 auf Planum≥ 45 MN/m² (Standard), ≥ 120 MN/m² auf Frostschutzschicht
Asphaltpacklagen (Trag-, Binder-, Deckschicht)Gesamtdicke 14–65 cm je nach Bk und Frosteinwirkungszone
Frosteinwirkungszone MönchengladbachZone II, erforderliche Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus
Prüfverfahren für AsphaltkennwerteSpaltzug-Schwellversuch (DIN EN 12697-24), Steifigkeitsmodul bei 20 °C
Bodenklassifikation nach DIN 18196Tragfähige GW/GI-Kiese, setzungsempfindliche TL/TM-Schluffe

Ergänzende Leistungen

01

Rechnerische Dimensionierung nach RDO Asphalt

Wir führen die analytische Bemessung flexibler Fahrbahnen für die Belastungsklassen Bk100 bis Bk0,3 durch. Auf Basis der prognostizierten äquivalenten 10-t-Achsübergänge und der vor Ort ermittelten Steifigkeitsmoduln der ungebundenen Schichten berechnen wir die erforderlichen Asphaltdicken mehrschichtig und weisen die Ermüdungsfestigkeit der Asphalttragschicht nach.

02

Geotechnische Tragfähigkeitsbewertung für Fahrbahnen

Bevor die Dimensionierung beginnt, steht die Erkundung des Untergrunds. Wir führen statische und dynamische Plattendruckversuche durch, bestimmen den CBR-Wert im Labor und klassifizieren die Böden nach DIN 18196. Bei Bedarf konzipieren wir Maßnahmen zur Bodenverbesserung, etwa durch Bindemittelzugabe oder Geogitterbewehrung, um das geforderte Ev2-Niveau auf OK Planum zu erreichen.

Normativer Rahmen

RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, RDO Asphalt 09 – Richtlinien für die rechnerische Dimensionierung des Oberbaus von Verkehrsflächen mit Asphaltdeckschicht, DIN EN 12697 – Asphalt – Prüfverfahren für Heißasphalt (Teile 1–45), DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke

Häufige Fragen

Welche Kosten entstehen für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn in Mönchengladbach?

Die Kosten für die vollständige Bemessung flexibler Fahrbahnen hängen vom Umfang der Baugrunderkundung und der Länge der Trasse ab. Für ein typisches Erschließungsstraßenprojekt mit Erkundung, Laborversuchen und rechnerischer Dimensionierung nach RDO Asphalt bewegen sich die Honorare in einer Größenordnung von €1.540 bis €4.630. Darin enthalten sind die Baustellentermine, die versuchstechnische Überwachung im Labor und der abschließende Prüfbericht.

Warum ist eine rechnerische Dimensionierung nach RDO Asphalt besser als eine Standardbauweise nach RStO?

Die RStO gibt bewährte Regelaufbauten vor, die jedoch auf konservativen Annahmen beruhen und lokale Bodenbesonderheiten oder innovative Baustoffe nicht abbilden. Mit der rechnerischen Dimensionierung nach RDO Asphalt können wir den Aufbau schlanker und wirtschaftlicher gestalten, weil wir die tatsächlichen Steifigkeiten der ungebundenen Schichten und die spezifische Verkehrsbelastung in Mönchengladbach berücksichtigen. Das spart Material und verringert die Bauzeit.

Welche Rolle spielt die Frosteinwirkung bei der Dimensionierung in Mönchengladbach?

Mönchengladbach liegt in der Frosteinwirkungszone II, was bedeutet, dass wir mit strengeren Anforderungen an den frostsicheren Oberbau rechnen müssen als in milderen Regionen Deutschlands. Die Dicke des frostsicheren Gesamtaufbaus richtet sich nach der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens und muss mindestens 55 bis 70 cm betragen, um Hebungen durch Eislinsenbildung zu verhindern.

Können bestehende Asphaltbefestigungen in die Bemessung einbezogen werden?

Ja, das ist bei Sanierungsprojekten in Mönchengladbach sogar der Regelfall. Wir beurteilen den Restwert der vorhandenen gebundenen und ungebundenen Schichten durch Bohrkernentnahme und Tragfähigkeitsmessungen mit dem Falling Weight Deflectometer. Die Ergebnisse fließen als Schichteigenschaften in das Berechnungsmodell ein, sodass wir die neue Verstärkung optimal an den Bestand anpassen können.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Monchengladbach und Umgebung.

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