Ein klassischer Fehler, den wir bei Neubauprojekten in Mönchengladbach immer wieder beobachten, ist die Annahme, dass der Oberbau einer Verkehrsfläche unabhängig vom anstehenden Untergrund geplant werden kann. Gerade in den Niederungsbereichen der Niers mit ihren bindigen Auenböden und lokal begrenzten Kiesvorkommen zeigt sich schnell, dass eine pauschale Dimensionierung ohne vorherige Baugrunderkundung innerhalb weniger Jahre zu Spurrinnen, Rissen und kostspieligen Sanierungen führt. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen erfordert daher eine enge Verzahnung von bodenmechanischer Analyse und asphalttechnologischer Auslegung. Wir kombinieren die Ergebnisse aus Korngrößenanalyse und Plattendruckversuchen, um den frostsicheren Gesamtaufbau exakt auf die lokalen Gegebenheiten abzustimmen.
Die Lebensdauer einer flexiblen Fahrbahn beginnt nicht im Asphaltmischwerk, sondern zehn Zentimeter unter dem Planum im gewachsenen Boden.
Häufige Fragen
Welche Kosten entstehen für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn in Mönchengladbach?
Die Kosten für die vollständige Bemessung flexibler Fahrbahnen hängen vom Umfang der Baugrunderkundung und der Länge der Trasse ab. Für ein typisches Erschließungsstraßenprojekt mit Erkundung, Laborversuchen und rechnerischer Dimensionierung nach RDO Asphalt bewegen sich die Honorare in einer Größenordnung von €1.540 bis €4.630. Darin enthalten sind die Baustellentermine, die versuchstechnische Überwachung im Labor und der abschließende Prüfbericht.
Warum ist eine rechnerische Dimensionierung nach RDO Asphalt besser als eine Standardbauweise nach RStO?
Die RStO gibt bewährte Regelaufbauten vor, die jedoch auf konservativen Annahmen beruhen und lokale Bodenbesonderheiten oder innovative Baustoffe nicht abbilden. Mit der rechnerischen Dimensionierung nach RDO Asphalt können wir den Aufbau schlanker und wirtschaftlicher gestalten, weil wir die tatsächlichen Steifigkeiten der ungebundenen Schichten und die spezifische Verkehrsbelastung in Mönchengladbach berücksichtigen. Das spart Material und verringert die Bauzeit.
Welche Rolle spielt die Frosteinwirkung bei der Dimensionierung in Mönchengladbach?
Mönchengladbach liegt in der Frosteinwirkungszone II, was bedeutet, dass wir mit strengeren Anforderungen an den frostsicheren Oberbau rechnen müssen als in milderen Regionen Deutschlands. Die Dicke des frostsicheren Gesamtaufbaus richtet sich nach der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens und muss mindestens 55 bis 70 cm betragen, um Hebungen durch Eislinsenbildung zu verhindern.
Können bestehende Asphaltbefestigungen in die Bemessung einbezogen werden?
Ja, das ist bei Sanierungsprojekten in Mönchengladbach sogar der Regelfall. Wir beurteilen den Restwert der vorhandenen gebundenen und ungebundenen Schichten durch Bohrkernentnahme und Tragfähigkeitsmessungen mit dem Falling Weight Deflectometer. Die Ergebnisse fließen als Schichteigenschaften in das Berechnungsmodell ein, sodass wir die neue Verstärkung optimal an den Bestand anpassen können.